Samstag, 28. Juli 2012

FILM - The Dark Knight Rises (3 out of 5)



Zunächst einmal - keine Sorge - die Spoiler-Gefahr ist gering - ich werde mich bemühen inhaltlich fast nichts zu verraten für diejenigen unter euch, die den Film noch nicht gesehen haben!

Wie nicht anders zu erwarten nach dem wirklich großen zweiten Teil der Trilogie mit dem unvergesslichen Auftritt von Heath Ledger als Joker, war "The Dark Knight Rises" der Stoff, der schon im Vorfeld für Gesprächsstoff sorgt - im Freundes- und Verwandtenkreis wurde schon vorab über den Film gesprochen und die Vorfreude war groß, in der Juli-Ausgabe des Musikmagazins "Rolling Stone" wurde der Batman aka Bruce Wayne dieser Trilogie psychologisch analysiert und leider hat ein irrer Amokläufer die Premiere des Films in Denver, USA, als Aufhänger benutzt um bei einem Amoklauf im Kinosaal zahlreiche Menschen zu töten.

Auch ich habe mich auf den vielleicht krönenden Abschluss der Batman-Trilogie von Christopher Nolan gefreut - weil wir ihn mit guten Freunden im Luxus-Kino Residenz anschauen würden, weil ich die düsteren ersten beiden Teile sehr mochte und weil Batman ohnehin generell schon so etwas wie mein allerliebster Superheld ist.
Hm, warum eigentlich ausgerechnet Batman!? Wahrscheinlich muss ich dazu den einen Teil unserer Kinobegleitung, Malin, zitieren: "Batman ist der einzige Superheld, der ohne wirkliche Superkräfte auskommt - er kommt nicht aus dem Weltall, er ist nicht Ergebnis eines Gen-Experiments, sein Genpool veränderte sich nicht durch einen Spinnenbiss."

Nun ist der Film auch in Deutschland angelaufen...
War der Hype gerechtfertigt!?...

Das Positive:

Im Kontext der Trilogie, also rein als Teil und Abschluss der Trilogie, betrachtet macht "The Dark Knight Rises" vieles richtig.

Der Stand der Entwicklung zu Beginn des Films ist absolut schlüssig - die Entwicklung des Lebens in Gotham City und der einzelnen Personen, inkl. Bruce Wayne, ist logisch und konsequent.

Für manche Handlungsstränge und Personen aus Teil 1 und/oder Teil 2 findet sich im Laufe von Teil 3 nun eine schlüssige Erklärung oder schließt sich stimmig der Kreis.

Keine Frage - als Abschluss der Trilogie sorgt "The Dark Knight Rises" dafür, dass alle 3 Teile zusammen genommen eine kompakte, schlüssige und alles zu Ende führende Einheit sind.

Auch als Einzelfilm betrachtet hat "The Dark Knight Rises" einiges zu bieten - bombastische Soundkulisse, bekannte, einem ans Herz gewachsene Charaktere lassen mitfiebern, gute Besetzung (mit einer Ausnahme - dazu später mehr) bis in kleinere Rollen, die Action-Szenen und Special Effects sind auf der Höhe der Zeit und auch Spannung kommt durchaus auf.

Kurzum - "The Dark Knight Rises" ist zweieinhalb Stunden gut gemachtes, hochwertiges Popcorn-Kino, für das man allerdings doch besser einiges an Vorwissen aus den beiden Vorgänger-Filmen mitbringen sollte.
Nur aus dieser Perspektive bewertet würde ich dem Film 4 von 5 Sternen geben.

Aber...

Aber es gibt leider auch einiges zu kritisieren und wenn ich diese Aspekte mit berücksichtige, dann hat der Film aus meiner Sicht allenfalls 2 von 5 Sternen verdient.

Das Negative:

Ich habe mich während des Films mehrfach gefragt, ob Regisseur Christopher Nolan vielleicht ein wenig Angst vor dem mit Teil 2 "The Dark Knight" selbst geschaffenen Meilenstein hatte.

Wie sollte er den noch überbieten!?... Noch mehr Action!? Noch mehr Batman!? Noch düsterer? Völlig gegen den Strich gebürstet!?...
Vermutlich keine einfache Aufgabe, die da vor ihm lag - aber mich persönlich haben seine Entscheidungen enttäuscht!

"Batman begins" und "The Dark Knight" waren vom Grundtenor her sehr düster angelegt - der Blick auf die verkommene, dekadente Gesellschaft, ein in sich brüchiger Held, tragische Entwicklungen ohne Happy End, selbst die Bilder und Farben des Bildmaterials.
Nicht umsonst galt diese Trilogie als Superhelden-Saga für ein eher erwachsenes Publikum.

"The Dark Knight Rises" ist nun zum Glück nicht plötzlich knallbuntes Popcorn-Kino, aber so düster wie die ersten zwei Teile kommt der dritte Teil leider nicht mehr daher.
Von der Bildkomposition und den gewählten Handlungsorten her ist Teil 3 nicht mehr so düster - weniger Nacht, weniger Grau, weniger Nebel, mehr Sonne und Grün.
Manch Tragik verliert sich in Teil 3 nun doch plötzlich in einer Happy End-Atmosphäre.
Gut 1 1/2 Minuten vor dem drohenden totalen Untergang Gothams hat der Held nun "natürlich" noch Zeit für eine schmalzige Kuss- und Abschiedsszene.
Während in Teil 1 und Teil 2 nur sehr wenige dieser typischen coolen Actionfilm-Sprüche vorkamen (ihr wisst schon, etwa wenn der Held, die schon entsicherte Waffe am Kopf, schnell noch mal einen ultracoolen Spruch vom Stapel lässt), habe ich in Teil 3 wohl gleich ein Dutzend dieser ach so witzigen Sprüche wahrgenommen. Einige davon sind für sich genommen sogar tatsächlich witzig; sie passen aber halt nicht zu dem eigentlich düsteren Tenor der Trilogie.
Diese Kleinigkeiten zusammen rauben mir ausgerechnet zum Abschluss der Trilogie etwas das Gefühl von der dunklen Saga.

Schade finde ich zudem, dass ausgerechnet der dritte Batman-Teil mit arg wenig Batman auskommt.
Über weite Strecken des Films ist wenig von Bruce Wayne und noch weniger von Batman zu sehen.

Und wenn ich unter den positiven Aspekten vorhin die Klasse der Action-Sequenzen lobte, komme ich an dieser Stelle nicht umhin festzuhalten, dass sie gleichzeitig aber auch relativ rar gesät sind.
Ein wenig mehr Action, ein wenig weniger Gelaber - der Dunkelheit hätte das nicht zwingend einen Abbruch getan, aber es hätte für mehr Highlights und eine straffere Erzählweise gesorgt. So aber zeigten sich doch hier und da leichte Hänger.

Eine Enttäuschung war für mich die Besetzung von Catwoman - Anne Hathaway mag als augenklimperndes, scheues Rehauge in ihren typischen Romantic Comedies eine Daseinsberechtigung haben (obwohl ich sie selbst dort weder besonders attraktiv noch beeindruckend talentiert finde), aber die körperliche starke und eigentlich ja komplett durchgeknallte Catwoman konnte ich ihr einfach nicht abnehmen - da kann die CI ihr noch soviel Gelenkigkeit kunstvoll andichten...

And finally...
Und zum Abschluss die für mich größte Enttäuschung - die billige politische und patriotische Aussage des Films zum genau falschen Zeitpunkt!

Es gab Momente, da dachte ich, ich bin in einem Film von der Blockbuster-Flachpfeife Roland Emmerich, jenem Mann, den wir so unsägliche Momente zu verdanken haben wie das Finale von "Independence Day", wenn zu patriotischer Bombastmusik ausgerechnet der amerikanische Präsident höchstpersönlich in einen Kampfjet steigt um den Außerirdischen den Garaus zu verpassen.

In "The Dark Knight Rises" sehen wir irgendwann ein gut gefülltes Football-Stadion, ein kleiner Junge singt voll schöner Inbrunst die Nationalhymne, die Menschen stehen mit der Hand auf dem Herz auf ihren Plätzen und auf dem Weg zum ersten Touchdown bricht dann die Hölle des Terrorismus über das Stadion und Gotham herein. Der Spieler läuft auf die Endzone zu, hinter ihm bricht das Spielfeld und damit die Welt, die Gesellschaft zusammen, er bekommt das alles scheinbar gar nicht mit, er rennt und rennt - bis zum Touchdown und erst dann dreht er sich um und sieht, dass hinter ihm alles in Trümmern liegt und er der letzte Überlebende auf dem Feld ist - was für eine gequirlte, billige Patrioten-Scheiße!
Noch so ein Moment zum Vergessen - eine Hundertschaft von Polizisten stellt sich zermürbt und schwach bewaffnet dem mit schwersten Waffengeräten ausgerüsteten Heer der Terroristen - die Musik wabert dazu bedeutungsschwer-würdevoll und zerrissene US-Flaggen wehen müde im Wind...
Das ist billiger Action-Film-Pathos und diese Momente haben so rein gar nichts mehr von dem desillusionierten Unterton der ersten beiden Teile.

Vor allem aber ist das für mich gerade in der jetzigen Zeit und in einem Film, von dem man so etwas nicht unbedingt erwartet hatte, ein fatal falsches Zeichen.

Seien wir doch einmal ehrlich - unsere Welt ist ziemlich im Arsch.
In Syrien passiert ein Massaker an der Zivilbevölkerung nach dem Anderen und die Weltgemeinschaft schaut zu, weil im Gegensatz zum Irak oder Libyen gibt es in Syrien für den Westen halt nicht viel profitbringendes zu sichern und Russland und China wollen ihren Kumpel trotz aller Gräueltaten halt lieber in Amt und Würden halten.
In Europa wird der einzelne Bürger, also der eigentliche Souverän der Staaten, nicht groß gefragt, wenn die Banken schon wieder für komplett in die Hose gegangene, teilweise menschenverachtende (Stichwort: Spekulation auf Grundnahrungsmittel) Spekulationen und Profitgier abermals Milliarden in den Arsch geschoben bekommen und dafür dann in manchen Staaten einfache Menschen plötzlich auf durchaus mal 30 % ihres Einkommens verzichten müssen.
In Griechenland z.B. hat die Zahl der Drogenabhängigen seit dem Start der drastischen Sparmaßnahmen um 50 % (!!!) zugenommen - weil das Elend, vor dem es zu flüchten gilt zugenommen hat und weil der Staat parallel seine Gelder zur Drogenbekämpfung und zur Hilfe für Abhängige drastisch zurückgefahren hat.
Diese Reihe ließe sich beliebig fortsetzen - die Demokratien scheinen im realen Leben nur noch den Interessen der Lobbyisten und Großindustrie zu dienen.

All das ist nicht weit von dem düsteren Bild entfernt, das Christopher Nolan symbolhaft von Gotham City zeigte - auch in Gotham City regieren Profitgier und Lobbys, haben die kleinen Leute kaum etwas zu sagen und selbst die wohltätige Wayne-Foundation fährt ihre Hilfsmittel für Straßenkinder-Projekte zurück - Gotham City - das ist die westliche Welt auf ihrem beschissenen Stand hier und heute.

Und die Antwort des finalen Teils auf diese Misere in Gotham City und eben auch dem realen Leben!? - Leute rauft euch zusammen (unter der amerikanischen Flagge) - die Hoffnung stirbt zuletzt, Alternativen gibt es nicht, das System ist es doch wert und wer euch zum großen Umbruch bewegen will, kann schlussendlich nur ein Terrorist sein.
So wie Bösewicht Bane - der den Menschen in Gotham City wortgewaltig verspricht dem dekadenten einem Prozent die Macht zu nehmen und ihnen, den 99 % "normalen" Menschen, ihr Leben und ihre Stadt endlich wieder zurück in die eigenen Hände und die eigene Verantwortung zu legen, aber in Wirklichkeit als erstes alle Schwerverbrecher auf die nun ungeschützten Menschen loslässt und eigentlich nur Chaos und Zerstörung will.
Irgendwie fast ein kleiner Schlag ins Gesicht so redlicher aktueller Erneuerungsansätze wie z.B. der Occupy-Bewegung!
Seinen Höhepunkt findet dieses schwachsinnige Drohgebilde vor der ach so bösen Revolution in einer Filmsequenz, in der Bane sogar einen billigen Spruch der Angst vor Fremdem wie dem Islam schürt aufsagen darf - nämlich als nach der Eroberung der ultimativen Bombe sinngemäß den Satz sprechen darf: "Und schon bald werdet ihr hiermit die nächste Stufe der verkommenen westlichen Zivilisation zu sehen bekommen!"... - Ja, genau - Hilfe es gibt Wünsche nach Umbruch - alles terroristisch, alles anti-westlich, alles böse...
Schade, da hält Nolan uns mit seinem Bild von Gotham City einen Spiegel unserer Gesellschaft vor die Nase und gibt dann eine banale, einfältige, ausweichende und unnötig patriotisch gefärbte Antwort...

Schade für das Gesamtkunstwerk der Trilogie, schade für den Mythos Batman...








Sonntag, 22. Juli 2012

TV - TV Noir (5 out of 5)

In meinem ersten TV-Post ging es um "Herr Eppert sucht..." auf zdfneo und in diesem zweiten geht es um tv noir - auf zdfkultur.
Ja, hallo!? - Bin ich jetzt zum ZDF-Jünger geworden!? 
Wenn ich dann noch bedenke, dass es im dritten Post mutmaßlich um die großartige Sendung "Roche & Böhmermann" gehen wird, die auch auf zdfkultur läuft - oh boy...


Na, reiner Zufall ist es gewiss nicht - hochwertiges, innovatives Fernsehen findet man halt fast nur noch dort...


Aber zurück zu tv noir...


TV Noir trägt den Untertitel "Wohnzimmer der Songwriter".
Mit Untertiteln ist das ja immer so eine Sache. Gerade in Deutschland ist es auch bei Filmen geradezu eine Manie - jeder eigentlich noch so klare und passende Titel muss anscheinend einen, in aller Regel, saublöden Untertitel bekommen. Das führt dann zu schlimmen Ergebnissen wie "Hot Fuzz - Zwei abgewichste Profis" oder "Rapunzel - neu verföhnt".
"Wohnzimmer der Songwriter" passt einerseits ganz gut, denn im Mittelpunkt stehen Musiker vornehmlich aus der Rubrik Songwriter und das Bühnenbild mit Couch, alter Stehlampe etc. hat etwas von Wohnzimmer.
Allerdings assoziiere zumindest ich bei einer Sendung, in der es vor allem auch darum geht einem Künstler näher zu kommen, mit dem Begriff "Wohnzimmer" auch so etwas furchtbares wie "Homestory" - und genau davon ist tv noir zum Glück meilenweit entfernt.


Kurzum - was ist tv noir!? - Am Besten lasse ich die Redaktion an diesem Punkt einmal selbst sprechen. Auf der tv noir-Homepage steht gut beschrieben:


"TV Noir ist eine Mischung aus Live-Musik, Talk, Spiel und Interaktion mit dem Publikum.
Zwei Musiker nehmen bei Moderator Tex auf dem Sofa Platz, zumeist ein noch relativ unbekannter Newcomer, zusammen mit einem bereits etablierten Künstler.
Man unterhält sich auf ungekünstelte Weise und es werden Spiele gespielt. ... Die Zuschauer können durch selbst erdachte und angebotene Aktionen von den Künstlern mitgebrachte Geschenke gewinnen. 
Die Musik ist akustisch - Schlagzeuge werden durch Cañons ersetzt oder der Takt wird einfach auf der Gitarre geklopft, manchmal kommt ein Flügel zum Einsatz; meist trägt sich alles durch Saiteninstrumente und zarte bis herzzerreißende Stimmen, die in jede Ritze des großen Saals dringen."


Und warum ist tv noir für mich so großartig!?


An vorderster Front ist hier zu sagen, dass die Auswahl der Musiker zumindest für mich schlicht großartig ist!
So haben u.a. Klee, Erdmöbel, Annett Louisan, William Fitzsimmons, Boy, Philipp Poisel, Judith Holofernes von Wir sind Helden, Thees Uhlmann, Maximilian Hecker oder Oli Schulz Platz auf der Couch genommen.
Es ist einfach eine riesige Freude diese Künstler mal eine Stunde hautnah und ungeschminkt zu erleben - und damit ist, um die Brücke zur schrecklichen "Homestory" zu schlagen, eben nicht gemeint, dass wir jetzt "tolle" Klatsch-Stories aus ihrem Privatleben erfahren, sondern es geht einzig um ihre Musik. Es geht um so Dinge wie: "Wie bist du an dieses Projekt herangegangen?" oder "Warum hast du auf dem neuen Album deinen Stil so radikal verändert?" oder "Was hat dich zu diesem Text inspiriert?". Man lernt nicht in erster Linie den Privatmenschen hinter dem Musiker kennen, sondern sozusagen den privaten Musiker hinter dem Musiker - für musikbegeisterte Menschen wie mich ein echtes Geschenk.


TV Noir ist also so großartig, weil die eingeladenen Künstler es fast durch die Bank sind und weil die Gespräche einfach wunderbar locker, authentisch, musikbezogen und oft doch ziemlich in die Tiefe gehend sind. Sicher auch ein Verdienst von Moderator Tex.


Hinzu kommen zwei weitere Aspekte:


Jeder Künstler spielt in der Stunde tv noir i.d.R. vier Stücke - wie beschrieben unplugged und oft zu Herzen gehend schön.


Und mehrfach schon habe ich tatsächlich durch tv noir neue herausragende Künstler für mich entdeckt und das ist schon ein Gütezeichen, denn wer mich kennt weiß, dass das was heißen soll, denn schließlich lese ich Monat für Monat diverse Musikzeitschriften und bin insofern eigentlich weit überdurchschnittlich gut informiert. Trotzdem wären mir ohne tv noir ein paar Künstler durch die Lappen gegangen - die Alin Coen Band, Sven van Thom, Cäthe und in der jüngsten Sendung Johannes Stankowski hätte ich ohne tv noir nie oder zumindest erst weit später für mich entdeckt.
Danke, tv noir!


Ja, und so freue ich mich Monat für Monat auf die neue tv noir-Folge - immer einen Freitag im Monat am späten Abend auf zdf kultur. 


Seit einiger Zeit gibt es tv noir auch auf Tour.
Mein Herz schlägt schon jetzt höher - am 25.09 gastiert tv noir mit der Alin Coen Band und Naima Husseini im Kölner Gloria - nichts wie hin...


Und wer nicht zum Konzert kann, der sollte wenigstens einmal im Monat den richtigen Knopf auf der Fernbedienung zur rechten Zeit finden...



Samstag, 21. Juli 2012

Musik - Maike Rosa Vogel - Fünf Minuten (4 out of 5)


Das neue Album von Maike Rosa Vogel ist auf dem Markt - wie schon beim Vorgängeralbum "Unvollkommen" wieder produziert von Sven Regener - dem Mastermind der großartigen Band "Element of Crime" und inzwischen ja auch erfolgreichen Autor (u.a. "Herr Lehmann").

Ihre Texte sind angenehm ungekünstelt und klar, geprägt von Melancholie, aber auch von einer ab und an fast schon süß naiven Lebensbejahung.
Thematisch geht es um die typischen Dinge des Lebens - mal um die Leichtigkeit früherer Tage, mal um eine verlorene Liebe, aber auch durchaus mal um die Ausgrenzung sozial Schwacher.

Im Song "Ich bin ein Hippie" heißt es:

"Bauen andere Leute Autobahnen, dann pflücke ich Blumen und häng sie an mein Fahrrad dran.
Und wenn andere Leute Lobbys gründen, geh ich raus um ein schönes Plätzchen zu finden.
...
Ich hab mich noch nie um einen Tag betrogen gefühlt, denn ich hab noch nie mein Leben nur für Andere gelebt.
...
Die Welt funktioniert anders sagen Menschen mit Geld und ich sage ich kümmere mich um die, denen noch was anderes einfällt.
Ich habe meinen Platz und mache nicht alles kaputt, ich glaube an Kinder und Liebe - das hat Hand und Fuß."

In diesen Zeilen steckt eigentlich schon die ganze Maike Rosa Vogel - trotzig, kess, blauäugig in ihrem Idealismus, authentisch, irgendwie vollkommen in ihrer Unvollkommenheit.

Zwei weitere Textbeispiele aus den Songs "Ich hab dich mal sehr geliebt" und "So Leute wie ich":

"Sich an Dich erinnern ist wie eine warme Sonne an mein Herz zu halten.
Sogar die Angst gibt Wärme ab.
Und was da Blödes war so ganz am Schluss und was so weh tat,
sieht sogar schön aus.
Auch weil es jetzt anderes gibt.
Ich hab Dich mal sehr geliebt."

"Und alle schimpfen auf so Leute wie mich
und ich frag mich warum ich Schuld daran bin,
dass Menschen arbeiten gehen und nicht genug haben zum Leben,
dass Menschen Kinder groß ziehen, mit denen sie nie in den Urlaub fliegen.
Und wenn ich von uns erzähle und von allen die ich kenne,
sagt man schnell, die meinen nicht mich -
die meinen die Penner, die nur nehmen, nehmen, nehmen und niemals etwas geben.
Aber solche Leute kenne ich nicht.
Das sind alles so Leute, alles so Leute wie ich."

Musikalisch dominiert ohne Frage ihre Stimme - klar, schön und doch gefühlt nicht immer tonlich perfekt - und noch einmal fällt mir ein: irgendwie vollkommen in ihrer Unvollkommenheit.

Begleitet werden die Stimme und die guten Texte vorrangig im klassischen Singer/Songwriter-Stil mal mit  Gitarren-Geschrammel, mal mit Klavier, hier und da auch mal eine Mundharmonika.

Auf ihrer Homepage steht:
"Fünf Minuten" ist ein einzigartiges Album und man kann es nur lieben oder eben nicht.
Ja, so ist es wohl...

Im Herbst geht sie auf Clubtour - am 26.10 wird sie hier in Köln in der Wohngemeinschaft gastieren. Die Location ist perfekt gewählt - klein, irgendwie semi-professionell und doch liebevoll und ambitioniert.
Der Saal ist überschaubar - denjenigen unter euch, die sich für Maike Rosa Vogel und den Termin in Köln erwärmen können, kann ich zurufen: "Wir sehen uns!" - Klappt dort garantiert...







Freitag, 13. Juli 2012

FILM - Perfect Sense (5 out of 5)


Gerade in Sachen Kino ist das Leben manchmal ungerecht.
Als im vergangenen Sommer der Starttermin von "Perfect Sense" gekommen war, freute ich mich darauf diesen Film gleich im Kino zu sehen. Tja, was soll ich sagen - jetzt wohne ich schon in der Millionenstadt Köln, in der eigentlich wirklich fast jeder Film auf die Leinwand kommt, aber selbst hier in Köln war der Film umgehend auch schon wieder verschwunden.

Schon auf den ersten Blick ist das eigentlich verwunderlich - ein Endzeit-Szenario - das geht doch eigentlich immer, der Film lief auf dem renommierten Sundance Filmfestival, Regisseur David MacKenzie wusste schon mit seinem Vorgänger "Hallam Foe" zu überzeugen und mit Ewan McGregor und der wunderbaren Eva Green ist auch die Besetzung durchaus zugkräftig.
Jetzt nach dem zweiten Blick, sprich dem Anschauen des Films auf Blu-ray, verwundert mich das totale Versagen an der Kinokasse nur noch mehr.
Obwohl... Obwohl die Betonung hierbei vermutlich auf "mich" liegen muss - mich verwundert das Versagen sehr, denn ich persönlich liebe diesen Film, aber ich weiß halt auch, dass der Massengeschmack sicher anders ausschaut.

"Perfect Sense" spielt zwar in einem Endzeit-Szenario, ist aber meilenweit entfernt von den dafür üblichen Zombie-Horden, einsamen Macho-Helden a la Mad Max oder hirnlosen Megabudget-Material- und Special Effects-Schlachten a la "2012" - das schottische Glasgow im Hier und Jetzt oder zumindest in einer gar nicht allzu fernen Zukunft. Eine neue, rätselhafte Epidemie raubt der Menschheit nach und nach ihre Sinne. Erst verlieren die Menschen ihren Geruchssinn, dann folgt der Geschmackssinn. Mitten in dem aufkeimenden Chaos treffen der Chefkoch Michael und die Forscherin Susan aufeinander - beide von leidvollen Erfahrungen geprägt und doch recht unterschiedlich im Umgang damit. Trotz der Verwirrung im eigenen Ich und durch die Epidemie um sich herum verlieben sie sich. Für die Zwei und die Menschheit geht das Leben trotz der Katastrophe irgendwie weiter. Doch die Intensität nimmt stetig zu - die Intensität ihrer Beziehung wie auch die Intensität der Katastrophe. Schon bald drohen der Verlust des Hörsinns und der Sehkraft - und die frisch Liebenden drohen sich aus den Augen zu verlieren - im wahrsten Sinne des Wortes wie auch durch die scheinbar doch alles zerstörende Kraft der Katastrophe...

Im Grunde genommen deckt "Perfect Sense" gleich zwei Filmstoffe ab.
Zum Einen den Verlauf einer Apokalypse - ohne Monster, ohne große Action, ohne Helden-Pathos. Vielmehr wird anhand von Menschen wie du und ich aufgezeigt was mit den Menschen in so einer Situation passieren könnte - Panik und Hoffnung im Wechsel, irrationales Handeln und das letztliche Einstellen auch auf extremste neue Situationen wechseln einander ab. Größtenteils ist dieser Teil des Films sehr gelungen, vielleicht gibt es ein oder zwei Szenen, die etwas zu trashig geraten sind (ich denke da insbesondere an die Szene mit der kollektiven Fressattacke), aber in der Summe sind die Entwicklungen nachvollziehbar und gut dargestellt.
Der zweite Filmstoff ist natürlich die Liebe in Zeiten der Krise. Wirklich viel erfahren wir über die Beiden nicht, aber trotzdem findet man einen Zugang zu ihnen. Man leidet, hofft und fürchtet mit ihnen und das liegt einfach daran, dass Ewan McGregor und Eva Green ihre Rollen sehr gut spielen und die Chemie zwischen ihnen einfach stimmt. Manch einer mag es depressiv nennen, ich würde aber eher von einem rauschhaften Sog sprechen - von Beginn an spürt man, dass diese kleine, große Love Story keine Chance haben wird und doch schwingt immer eine Hoffnung mit.
Diese Sogwirkung wird auf phantastische Weise verstärkt durch wunderbare Bilder und einen hundertprozentig passenden ruhig-melancholischen Score von Max Richter. Die Musikstücke tragen Titel wie "On a turning world", "Tenderly the light" oder "A place we were" - und so poetisch wie diese Titel heißen und klingen, so poetisch ist auch der Film als Gesamtwerk.
Wenn man sich auf den Film konzentriert und einlässt, dann saugt es einen mit wundervollen Bildern, stimmiger Musik und großartigen Darstellern in die Geschichte, in die Hoffnungslosigkeit und doch irgendwie auch in die Lebensbejahung.
Wenn es schon zu Ende gehen muss, dann bitte mit soviel Leidenschaft...

Donnerstag, 12. Juli 2012

TV - Herr Eppert sucht... (5 out of 5)


Donnerstag - spätabends um 23 Uhr - und ich schreibe über "Herr Eppert sucht..." - wie passend!

Denn doppelt versteckt läuft diese erstklassige Sendung eben donnerstags um 23.30 Uhr - also gleich - und dann auch noch auf dem vielen Menschen noch unbekannten ZDF-Spartenkanal ZDFneo.

Obwohl... - ZDFneo und Herr Eppert - das passt schon gut!
Im von RTL dominierten Unterschichten-Fernsehen der großen Sender zur Massenberieselung und -verdummung wäre für ein so gutes und innovatives Stück TV-Journalismus ohnehin kein Publikum zu finden und damit auch keine Quote und kein Sendeplatz.
ZDFneo hingegen hat sich zumindest bei einer kleinen Gemeinde und Insidern längst einen sehr positiven Ruf erarbeitet - als mutiger und moderner Kanal für Junge, Junggebliebene und Menschen mit noch etwas Anspruch an die TV-Unterhaltung. Kurzum - also so ganz, ganz anders als der als Rentnersender verschrieene Mutterkanal ZDF, der letztlich aber viel zu häufig finanziert auch noch durch unsere Gebühren den fast identischen Schrott auf den Markt schmeißt wie RTL...

Aber zurück zu "Herr Eppert sucht..."...
Herr Eppert, das ist der Journalist Thorsten Eppert - Jahrgang 72 und damit in etwa meine Generation.
Vielleicht liegt es auch hierin begründet, dass ich mich mit seinen Ansichten, seiner Herangehensweise und seiner Art oft erstaunlich gut identifizieren kann.
Worum geht es bei "Herr Eppert sucht..."!? - In jeder Sendung sucht Herr Eppert im Grunde genommen Menschen und Geschichten zu einem jeweils übergeordneten Thema. Mal sucht Herr Eppert die Liebe, mal Streit, mal den Tod oder ein anderes mal die Heimat. In 30 Minuten begibt er sich in jeder Folge aus drei unterschiedlichen Perspektiven auf die Suche nach Antworten auf seine Suche.

Als er zum Beispiel den Porno suchte, stellte er zunächst ein Paar vor, das gemeinsam professionelle Pornos dreht und das Ganze als völlig normal und schlicht spaßig darstellte, dann eine Ex-Porno-Darstellerin, die von den Schattenseiten zu berichten wusste und schließlich besuchte er die abartigen Dreharbeiten einer Amateur-Bukkake-Produktion (war mir vorher auch nicht bekannt - Bukkake - das ist mal grob formuliert: eine Amateurfrau lässt sich von einem Profi ficken und gleichzeitig von 20 oder 30 Amateur-Männern anspritzen und anpinkeln). Letzteres war dann auch ohne allzu explizite Darstellung (auch ZDFneo ist schlussendlich ein öffentlich-rechtlicher Sender) tatsächlich einfach ekelhaft und billig.

Genau hierin liegt eine der Stärken von "Herr Eppert sucht..." - Thorsten Eppert wirkt stets ehrlich und authentisch, er geht auch dorthin wo es weh tut (ihm oder den Protagonisten), er führt die Menschen in seinen Reportagen nie vor und gottlob sagt und zeigt er auch jedes Mal was er von den Menschen und Geschichten hält. Aber selbst wenn er die Äußerungen oder Handlungen der Menschen in seinen Reportagen abgrundtief ablehnt - er zeigt es, er sagt es, aber er klagt die Menschen nicht an und macht sich nicht über sie lustig.

Kurz zurück zur Porno-Folge. Eine der Frauen sah im Kurz-Interview nach ihrem Bukkake-Auftritt völlig fertig aus, sie war nahe den Tränen, beteuerte aber, dass das ein ganz tolles Erlebnis war und alle Männer unheimlich toll gewesen seien. Danach sieht man Thorsten Eppert auf der Straße auf dem Weg weg von diesen Dreharbeiten und dabei sagt er sinngemäß: "Kein Stück habe ich ihr das abgekauft. Hey, ich will hier gar nicht lügen - natürlich schaue ich ab und zu Pornos. Und man soll ja auch nie nie sagen. Mit etwas Abstand mag es sich wieder ändern, aber als Momentaufnahme hier und jetzt kann ich sagen: Ich bin mit dem Thema Porno jetzt fürs Erste definitiv durch!"
Und als der aalglatte Produzent von diesem perversen Streifen mit stolz geschwellter Brust fragte wie ihm die Dreharbeiten denn nun gefallen hätten, da sagte ihm Thorsten Eppert auch ganz nachdrücklich wie abartig er das fand. Er lies aber dem Produzenten dankenswerter Weise auch den Raum darauf zu antworten und so sagte der Primitiv-Porno-Produzent die schonungslose Wahrheit: "Danke! Das ist für mich ein Riesenkompliment und erfolgsversprechend! Denn, wissen Sie, wir leben in Zeiten - je abartiger, je erfolgreicher werde ich meinen Film an die Leute bringen!... Tja, so ist unsere Welt...

Aber auch bei weniger reißerischen Suchen besticht "Herr Eppert sucht..." durch den beschriebenen offenen und fairen Umgang des Journalisten mit den Menschen in seinen Geschichten.
Unvergesslich zum Beispiel der Moment als Herrn Eppert buchstäblich die Kinnlade runterfiel, als er bei "Herr Eppert sucht Streit" eine studentische Burschenschaft besuchte und die Herren dieser schlagenden Verbindung mit voller Überzeugung auf einer Feier die verbotene Strophe unserer Nationalhymne schmetterten. Schon der Blick und die Körperhaltung und -spannung verrieten wie unwohl er sich in dem Moment fühlte und später sagte er das dem rechten Gesocks auch offen - wieder aber ohne dabei herablassend oder oberlehrerhaft zu sein.

Ja, und so bringt "Herr Eppert sucht..." Woche für Woche drei fast immer interessante Geschichten zu einem Such-Thema - er stellt Menschen wie du und ich vor, er berichtet von alltäglichen und weniger alltäglichen Geschichten - stets offen, stets kritisch, stets fair und, wie gesagt vielleicht auch eine Frage der Generation, sehr oft ganz nah an meinem Empfinden, meiner Sicht der Dinge, meiner politischen und gesellschaftlichen Haltung...

Aktuell laufen auf ZDFneo Wiederholungen der ersten beiden Staffeln - donnerstags um 23.30 Uhr.
Alle Folgen sind überdies in der ZDFMediathek verfügbar.
Und ab Herbst gibt es neue Folgen!

MUSIK - Rumor - Boys don't cry (4 out of 5)



Vor gut 2 Jahren begeisterte "Rumer", eigentlich Sarah Joyce, mit ihrem Debüt-Album "Seasons of my soul". Ihr wunderbarer Auftritt in der von mir so geliebten Harald Schmidt-Show damals ist unvergessen.
Schon ihr Debüt wirkte ein wenig aus der Zeit gefallen - ruhig, von einer wunderbaren Stimme getragen, musikalisch gefühlt mehr als 30 Jahre zu spät und eben frei von den "Must do"-Spielereien der oft so beliebigen aktuellen Musik.
In Deutschland schaffte sie es trotzdem bis auf Platz 13 der Album-Charts, in GB sogar bis auf Platz 3.
Mit dem neuen Album "Boys don't cry" schließt sich dieser Tage irgendwie der Kreis - auf dem neuen Album finden sich keine Eigenkompositionen, sondern 12 Interpretationen von Singer/Songwriter-Perlen ausschließlich männlicher Künstler aus den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Aus der Zeit also, die schon auf ihrem Debüt unverkennbar im Raum stand. Es sind Songs von einstigen Größen wie Neil Young, Gilbert O'Sullivan, Townes van Zandt oder Isaac Hayes. Ein großartiges Songmaterial und einige der Stücke polarisierten damals.
Rumer macht daraus trotz aller Ecken und Kanten des Ursprungsmaterials 12 ganz ihrem eigenen Stil verschriebene Stücke Wohlfühl-Pop. 
Besonders kritische Zeitgenossen mögen ihr dafür Beliebigkeit, Langeweile oder gar das Raubschatzen an den Originalen vorwerfen.
Die Kritik im "Focus" spricht beispielsweise von "formlosem Gehauche, das nicht einmal beim Bügeln stört". Na ja, der "Focus" - politisch schon ein einzige Katastrophe und nun wirklich weit davon entfernt ein ernstzunehmendes Fachblatt für Musik und Popkultur zu sein - geschenkt also!
Mir gefällt auch das neue Rumer-Album sehr gut! 
Natürlich ist das keine Musik mit großer Aussage und Geste für den politischen Protest, keine Musik zum "es mal richtig krachen lassen" und keine Musik für den Dancefloor (na, vom Kuscheltanz mal abgesehen...). 
Aber wer ein Rumer-Album kauft erwartet halt ohnehin eher Musik in Richtung von z.B. Adele oder Rebekka Bakken - ruhige, schöne, entspannte Songs mit Einflüssen aus Pop, Jazz, Singer/Songwriter und Soul. Meinetwegen auch, um noch einmal auf den Focus zurückzukommen, Musik zum Bügeln. Aber dann Musik, die das Bügeln keineswegs langweilig macht, sondern es leichter von der Hand gehen lässt. Musik also für schöne Stunden zu Zweit, für einen verträumten Nachmittag mit Kopfhörern auf der Terrasse oder als entspannt-beschwingte Begleitung bei der Hausarbeit.
Für diese Gelegenheiten hat Rumer ein eingängiges, wunderschönes Album zusammengestellt.

WAS SOLL DAS HIER!?...

Diejenigen unter euch die mich ganz gut persönlich kennen, wissen natürlich, dass ich durch ein einst tragisches, einschneidendes Erlebnis und dessen Folgen früh in die Lage versetzt wurde weit, weit mehr Freizeit zu haben als fast alle anderen "Mittvierziger" -oh, Gott - so weit fortgeschritten ist mein Leben nun schon - Halbzeit war rein statistisch also schon längst....
Na ja, heute sind die Ereignisse weitgehend verarbeitet und so kann ich das ungewöhnliche Maß an Freiheit durchaus sehr genießen. Jahr für Jahr 365 Tage rund um die Uhr frei von beruflichen Pflichten - das will natürlich mit Leben gefüllt werden.
Was soll ich sagen - es gelingt mir seit nunmehr bald 12 Jahren glänzend - es gibt eigentlich keinen Tag an dem ich wirklich Langeweile schiebe.

Mindestens 9 von 10 Menschen fragen sich sicher: "Was macht der, dass ihm in seinem Alter und ohne eine berufliche Aufgabe nie die Decke auf den Kopf fällt!?"
Und ebenso würden wahrscheinlich 9 von 10 sagen: "Hm, schon geil... Aber auf Dauer wäre das irgendwie doch nichts für mich..."
Nun, es ist ja kein Geheimnis - ich verbringe immens viel Zeit mit den schönen Dingen des Lebens - mit Musik, Film, Theater, wirklich guten TV-Serien (ich spreche hier von Breaking Bad, True Blood, Dexter, Game of Thrones etc.), Sport (insbesondere den Kölner Haien, dem 1.FC Köln und dem FC St. Pauli) und so oft wie möglich mit Reisen.

Im Kern soll es in diesem Blog genau darum gehen - wenn ich schon z.B. mehr Musik höre, mehr Filme sehe, mehr ins Theater gehe oder vermutlich auch mehr reise als die meisten Mitmenschen, mit nun einmal nachhaltig weniger Zeit, dann kann ich doch wenigstens mal ein paar Tipps in die Welt schicken.

Wahrscheinlich gibt es da auch so etwas wie ein Mitteilungsbedürfnis, vor allem jedoch macht es mich manchmal einfach schlicht fertig, wenn ich wieder miterleben muss, welch Schrott massenkompatibel ist und sich zweifelhafte Menschen und Projekte damit fern der Kunst dumm und dämlich verdienen, während echte Perlen dazu verdammt scheinen ein Schattendasein zu fristen.

Kurzum - ihr findet hier ab jetzt regelmäßig aktuelle Tipps, meinetwegen können wir auch von Kritiken sprechen, von mir. 
Tipps zu Musik, Filmen, TV-Serien, Konzerten und Theateraufführungen (vor allem aus dem Raum Köln).
Ergänzt werden soll dieser kulturelle Schwerpunkt regelmäßig mit meiner überschwänglichen Begeisterung oder auch mal ätzenden Kritik zu den genannten 3 Vereinen meines Herzens, mit einem Blog voller Erlebnisse und Location-Tipps, wenn mal wieder eine Reise ansteht und ab und an sicher auch mit einer politischen Meinung von mir oder einem kleinen Schwank aus meinem Lebensalltag.

Fühlt euch bloß nicht verpflichtet hier jetzt regelmäßig einen Blick reinzuwerfen!
Aber ich weiß, dass es schon einige unter euch gibt, die meine Meinung zu diesen Dingen ab und an schätzen und die meine Art zu schreiben zumindest mitunter mögen.
Ich freue mich auf jeden Fall über jeden kleinen Erfolg - über jeden, der vielleicht durch mich auf eine der schon erwähnten unentdeckten Perlen aufmerksam wird...
Und weil ich mitunter auch gerne ein wenig polarisiere (gerade in Sachen Sport und Politik), freue ich mich auch auf die eine oder andere Kontroverse...

Also - bis bald
KAI